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von Eduard Warda, Göttinger Tageblatt 18.8.2009

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Erkundungen in der Klosterkirche Bursfelde hatten sie versprochen. Sie
hielten Wort: Die szenische Lesung „Wie im Himmel so auf Erden“ des
Figurentheaters Gingganz wurde zu einer der unterhaltsamsten Touren, die
das alte Gemäuer wohl je erlebt hat.
 Wie komme ich in den Himmel? Eine im Irdischen nicht ganz irrelevante Frage wird zum Leitmotiv zweier Engel auf ihrem Erkundungsgang durch Bursfelde. Der Wurm steckte bereits in jenem Apfel, der im Garten Eden verspeist wurde. Was danach kam, war die Sehnsucht nach dem Ort der Erfüllung. Und die ist immer auch Bestandteil der Klosterbewohner an der Weser gewesen. „Wie aus zwei gut unterrichteten Kreisen bekannt wurde, hat Gott letzte Woche Himmel und Erde erschaffen“, sagt der Nachrichtensprecher. Er hat große Ähnlichkeit mit einem Gehstock, und da hat er noch Glück gehabt. Denn die meisten der szenischen Figuren sind Stöcke: Brillen am Griff verleihen ihnen menschliche Züge – ein leicht schrulliger Einfall, der mit dem ungemein liebenswürdigen Humor von Gingganz – Mechthild und Michael Staemmler – korrespondiert.Von Adam, Eva und der Schlange geht die Tour zur Abtsäule des Westschiffs und fleischlichen Gelüsten oder ins Jahr 1095 und den Kreuzzügen. Drei Jahre zuvor ist Heinrich IV. um sein Seelenheil besorgt und trifft sich mit dem Abt von Corvey. „Wie komme ich in den Himmel?“ – „Schenk deinen Besitz der Kirche.“ – „Plan B?“ Aber dieser behagt dem Potentaten genauso wenig, also muss C her: „Dann sollst du ein Kloster bauen“ – „Lassen?“ – „Geht auch.“
75 Minuten benötigen die Staemmlers, um bei der Premiere rund 60 Zuschauern den Himmel ein wenig näher zu bringen. Angekommen im Chor ist man wieder im Paradies, denn die Engel auf Erden haben herausgefunden: „Da ist was schief gelaufen.“ Die Vertreibung führt zur Suche nach dem vergangenen Glück, und auf dieser sieht man nur mit dem Herzen gut, so die Erkenntnis von Gingganz bei ihrer von der Göttinger Cellistin Paula Fuchs stimmig mit Solosuiten von Bach untermalten Bursfelde-Tour.
Trotz einzelner premierebedingter Pannen gibt es am Ende lang anhaltenden Applaus und für die Teilnehmer – natürlich: Äpfel. Die Staemmlers sollten sich darauf einstellen, beim nächsten Mal mehr davon bereitzuhalten.
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Zwei Engel auf Erden

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 © Figurentheater Gingganz, 2001-2005
Figurentheater Gingganz - Inszenierungen für Kinder und Erwachsene, Straßentheater - gegründet 1984 in Göttingen, fahrendes Theater, umfangreiches Repertoire von Märchen über "Der Kleine König Dezember" und "Oh wie schön ist Panama" bis hin zu Goethes "Faust", "Don Carlos" und "Warten auf Godot".
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